Ernährung, Darmmikrobiom und metabolische Gesundheit

Ernährung, Darmmikrobiom und metabolische Gesundheit

Darmprobleme und metabolische Erkrankungen wie Adipositas, Prädiabetes und Typ-2-Diabetes zählen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen moderner Gesellschaften. Zwischen dem Darmmikrobiom und verschiedenen Stoffwechselprozessen bestehen enge Wechselwirkungen. Die Darmhomöostase beschreibt dabei das dynamische Gleichgewicht zwischen Darmmikrobiota, Darmepithel, Immunsystem und Stoffwechsel.

Dieses Zusammenspiel ist für die Aufrechterhaltung unserer Darmgesundheit und einer funktionsfähigen Darmbarriere von zentraler Bedeutung.

Veränderungen der Zusammensetzung und Funktion unseres Darmmikrobioms werden als Dysbiose bezeichnet und stehen unter anderem mit Adipositas, Typ-2-Diabetes, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, dem Reizdarmsyndrom sowie verschiedenen allergischen und immunologischen Erkrankungen in Zusammenhang.

Ob die Dysbiose dabei Ursache, Folge oder Begleiterscheinung der jeweiligen Erkrankung ist, lässt sich jedoch nicht immer eindeutig bestimmen.

Einflussfaktor Ernährung

Unsere Ernährung stellt einen wesentlichen Einflussfaktor auf die Zusammensetzung und Stoffwechselaktivität des Darmmikrobioms dar. Veränderungen können teilweise bereits innerhalb weniger Tage auftreten und sich nach Beendigung einer Ernährungsintervention wieder zurückbilden. Die Ergebnisse einer randomisiert kontrollierten Ernährungsinterventionsstudie deuten beispielsweise darauf hin, dass eine gesunde kohlenhydratreduzierte Ernährung und zeitlich begrenztes Essen insbesondere mikrobielle Prozesse im Kohlenhydrat-, Aminosäure- und Fettstoffwechsel beeinflussen können.

Fazit:

Hochverarbeitete Lebensmittel sind häufig ballaststoffarm und enthalten größere Mengen raffinierter Kohlenhydrate und Fette sowie verschiedene Zusatzstoffe. Ein hoher Verzehr könnte daher die Zusammensetzung und metabolische Aktivität des Darmmikrobioms verändern und auf diesem Weg zur Entstehung metabolischer Störungen beitragen. Eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung mit möglichst vielen unterschiedlichen Ballaststoffquellen kann dagegen günstige Bedingungen für das Darmmikrobiom schaffen und damit die Darm- und Stoffwechselgesundheit unterstützen.