Ketogene Ernährung

Ketogene Ernährung – wenn Fett zum wichtigsten Energielieferanten wird

Bei der ketogenen Ernährung wird die Aufnahme von Kohlenhydraten stark eingeschränkt. Die klassische Verteilung der Makronährstoffe liegt bei 70-80 % Fett, 15-25 % Eiweiß und 5-10 % Kohlenhydrate.

Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln und zuckerreiche Lebensmittel werden weitgehend durch fettreiche Lebensmittel ersetzt. Die Eiweißzufuhr bleibt in der Regel moderat. Durch diese veränderte Nährstoffverteilung soll der Körper in einen Stoffwechselzustand gelangen, der als Ketose bezeichnet wird.

Was ist Ketose und was passiert bei der Ketose im Körper?

Unter normalen Bedingungen nutzt der Körper überwiegend Glukose zur Energiegewinnung. Stehen nur sehr wenige Kohlenhydrate zur Verfügung, baut die Leber vermehrt Fettsäuren ab und bildet daraus sogenannte Ketonkörper. Diese können unter anderem vom Gehirn und von der Muskulatur als alternative Energiequelle genutzt werden.

Das Gehirn kann Fettsäuren nicht direkt in größerem Umfang zur Energiegewinnung nutzen. Ketonkörper können dagegen die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Auch während einer Ketose benötigt der Körper nämlich weiterhin kleine Mengen an Glukose. Diese stellt die Leber unter anderem aus Aminosäuren, Laktat und Glycerin selbst her. Dieser Vorgang wird als Glukoneogenese bezeichnet.

Wie gesund ist eine ketogene Ernährung?

Eine ketogene Ernährung ist nicht grundsätzlich gesund oder ungesund. Entscheidend sind der Grund für ihre Anwendung, ihre Zusammensetzung, die Dauer und der individuelle Gesundheitszustand.

Zu den möglichen Vorteilen gehört, dass sie kurzfristig eine Gewichtsabnahme unterstützen kann. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes können sich außerdem der Blutzuckerwerte und die Triglyceride verbessern.

Wie ausgewogen eine ketogene Ernährung ist, hängt stark von der Auswahl der Lebensmittel ab. Besteht sie überwiegend aus Fleisch, Wurst, Butter und Käse, kann die Aufnahme gesättigter Fettsäuren sehr hoch ausfallen. Gleichzeitig werden weniger Ballaststoffe, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte verzehrt. Mögliche Folgen können Verdauungsbeschwerden sowie eine unzureichende Versorgung mit einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen sein.

Fazit:

Eine ketogene Ernährung ist nicht automatisch gesund, nur weil sie wenig Zucker und Kohlenhydrate enthält. Pflanzliche Fettquellen wie Nüsse, Samen, Olivenöl und Avocados sowie kohlenhydratarmes Gemüse können ihre ernährungsphysiologische Qualität deutlich verbessern.