Mit 50 verändert sich der Körper. Stoffwechsel, Muskelmasse, Knochenstoffwechsel und die Nährstoffaufnahme verändern sich allmählich. Gleichzeitig kann der Energiebedarf sinken, während der Bedarf an Mikronährstoffen bestehen bleibt.
Diese Nährstoffe rücken ab 50 stärker in den Fokus
Unser Körper verändert sich nicht plötzlich mit dem 50. Geburtstag. Viele Veränderungen verlaufen schleichend und beginnen schon Jahre zuvor. Der Energiebedarf kann langsam sinken, Muskel- und Knochenmasse verändern sich und auch die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen verdient zunehmend Aufmerksamkeit. Umso wichtiger wird eine Ernährung, die nicht nur Energie liefert, sondern auch ausreichend Vitamine und Mineralstoffe enthält.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Knochengesundheit. Calcium ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Knochen, während Vitamin D unter anderem dafür sorgt, dass Calcium vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann. Auch Vitamin K ist am Knochenstoffwechsel beteiligt. Es wird beispielsweise für die Aktivierung von Osteocalcin benötigt, einem Protein, das eine Rolle bei der Mineralisierung des Knochens spielt.
Energie für unsere Zellen und für das Herz
Damit unser Körper die Energie aus der Nahrung tatsächlich nutzen kann, muss sie zunächst in eine für unsere Zellen verfügbare Form umgewandelt werden. Ein großer Teil dieser Arbeit findet in den Mitochondrien statt. In diesen als „Kraftwerke der Zellen“ bezeichneten Zellorganellen wird über die Atmungskette ATP (Adenosintriphosphat) gebildet, der universelle Energieträger, den unsere Zellen für ihre Arbeit benötigen.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Bedeutung dieser Energieversorgung am Herzen. Der Herzmuskel arbeitet rund um die Uhr und benötigt dafür kontinuierlich große Mengen Energie. Herzmuskelzellen verfügen deshalb über besonders viele Mitochondrien.
Hier kommt Coenzym Q10 ins Spiel. Q10 kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und ist Bestandteil der mitochondrialen Atmungskette. Dort wirkt es als Elektronenüberträger und ist damit unmittelbar an den Prozessen beteiligt, über die schließlich ATP gebildet werden kann. Der Körper kann Q10 in geringen Mengen selbst herstellen, diese Fähigkeit nimmt mit dem Alter allerdings kontinuierlich ab. Weiterhin nehmen wir zusätzlich kleinere Mengen über die Nahrung auf.
Auch verschiedene B-Vitamine sind für den Energiestoffwechsel von Bedeutung. Sie übernehmen unter anderem Funktionen als Bestandteile oder Vorstufen von Coenzymen und helfen so dabei, Kohlenhydrate, Fette und Proteine in die zahlreichen Stoffwechselwege einzuschleusen, aus denen der Körper Energie gewinnt.
Andere Mikronährstoffe übernehmen andere Aufgaben. Zink ist beispielsweise für die normale Funktion des Immunsystems von Bedeutung und trägt bei Männern zur Aufrechterhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei. Dies hat wiederum eine wichtige Funktion hinsichtlich der Zusammensetzung von Fett und Muskelmasse. Selen gehört zu den Nährstoffen, die unsere Zellen vor oxidativem Stress schützen. Oxidativer Stress entsteht, wenn in unserem Körper mehr reaktive Sauerstoffverbindungen entstehen als die körpereigenen Schutzsysteme neutralisieren können. Ein Teil davon entsteht natürlicherweise. Verstärkt werden diese reaktiven Sauerstoffverbindungen aber durch Entzündungsprozesse in unserem Körper, Rauchen, intensive UV-Strahlung, Umweltbelastungen und auch durch sehr starke körperliche Belastung.
Es geht ab 50 also darum einmal genauer hinzuschauen und sich die Frage zu stellen:
Bekommt mein Körper über die tägliche Ernährung weiterhin alles, was er benötigt?
Eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung bleibt dabei die wichtigste Grundlage.
Reicht eine ausgewogene Ernährung aus?
Grundsätzlich kann sie viele Nährstoffe liefern. In der Realität beeinflussen aber die Lebensmittel, die wir verzehren, die eigene Ernährungsweise, die jeweilige Energiezufuhr, zu wenig Sonnenlicht, Medikamente oder bestimmte Erkrankungen die Versorgung.
Wann kann ein Multivitamin sinnvoll sein?
Als unkomplizierte Ergänzung der täglichen Ernährung und zur breiteren Mikronährstoffversorgung, kann eine Supplementierung mit Vitaminen, Mineralien und zusätzlichen Proteinen sinnvoll sein.
Worauf sollte man bei einem Multivitamin achten?
Sinnvolle Zusammensetzung, Dosierungen, gut verfügbare Nährstoffformen und keine unnötig extremen Dosierungen.
Fazit
Ab 50 gewinnt eine gute Mikronährstoffversorgung zunehmend an Bedeutung. Ein Multivitamin kann dabei eine praktische Ergänzung sein, ersetzt aber eine ausgewogene Ernährung nicht.